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Pressebericht 2011

Märsche, Schlager, Filmmusik

Spielmannszug und Brass Band Lüdinghausen luden zu stimmungsvollem Jubiläumskonzert in die Realschule

Von Michael Beer. „Musik ist eine Weltsprache, die nicht übersetzt werden muss“, begrüßte Werner Möllerfeld, Vorsitzender des Spielmannszuges und der Brass Band Lüdinghausen, die Besucher beim Jubiläumskonzert der beiden Musikzüge in der voll besetzten Aula der Realschule am Samstagabend. Der Spielmannszug feiert in diesem Jahr sein 60- jähriges, die Brass Band ihr 45-jähriges Bestehen.
Möllerfeld hieß den Ehrenvorsitzenden Helmut „Peppi“ Specht, den stellvertretenden Bürgermeister Jo Weiand, den Ehrenbürger Josef Holtermann sowie das Ehrenmitglied Benny Gebbink aus Groenlo in Holland willkommen. Dank sprach der Vorsitzende all denen aus, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen hatten und reichte dann das Mikrofon an Moderator Christoph Davids weiter, der in gekonnter Manier und mit vielen Informationen zur Vereinsgeschichte durch den bunten Abend führte.
Gleich zu Beginn seiner Moderation bemängelte Davids die zu kleine Bühne, denn beide Musikzüge eröffneten das unterhaltsame Musikprogramm gemeinsam. Und für die über 60 Musiker des großen Klangkörpers war das Podium schon ziemlich eng. Ein erster Höhepunkt des Abends, an dem die Musiker ihr umfangreiches Repertoire präsentierten, war der Auftritt von Peppi Specht als Tambourmajor beim Marsch „Unser Peppi Marsch“, den Christof Niehoff, musikalischer Leiter der Brass Band, für den Ehrenvorsitzenden und Mitbegründer des Fanfarenzuges geschrieben hatte. Auch ohne Notenblatt und mit dem Rücken zum Orchester brachte es der Ehrenvorsitzende fertig, dass die Musiker dem Dirigenten brav folgten.

Die Umbaupause nutzte Davids, um mit „Nöppe“ Kampert ein Gründungsmitglied und den ersten Tambourmajor des Spielmannszuges zu begrüßen und sich mit dem musikalischen Nachwuchs der Brass Band zu unterhalten. Mit einem Medley mit Musik von Klaus Doldinger (so die Melodie zum Tatort), Lenas Sieger-Hit „Satellite“, „Gabrielas Song“ aus dem Oscar-prämierten Film „Wie im Himmel“ und ein Medley großer Filmerfolge (Harry Potter, Jurassic Park) unterhielt dann die Brass Band, unter Leitung von Christof Niehoff, das begeisterte Publikum.
Nach einer kurzen Pause setzte der Spielmannszug, unter dem Dirigat von Sonja Niehues, die musikalische Reise mit dem Marsch „Jubelklänge“ und einem Medley bekannter ABBA-Hits („Als die im Lord Inn gespielt wurden, gab es in Lüdinghausen noch ein Nachtleben“, so Davids) fort. Nach einem Ausflug in den Wilden Westen mit „Riding Down South“ folgte eine Reise durch Russland“ mit vielen bekannten Melodien. Nach dem Superhit „I Will Follow Him“ aus dem Film Sister Act und „Highland Cathedral“ beendeten die beiden Musikzüge wieder gemeinsam ihr Jubiläumskonzert, wurden aber nicht ohne Zugaben von der Bühne gelassen.
Viele der Besucher werden es nicht bereut haben, statt dem Oktoberfest den Spielleuten einen Besuch abgestattet zu haben. Voll des Lobes war auch der stellvertretende Bürgermeister Jo Weiand, der den Musikzügen für ihre hervorragende Jugendarbeit dankte. „Ohne den Spielmannszug und die Brass Band wäre Lüdinghausen viel ärmer“, so Weiand.
Montag, 17. Oktober 2011 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Lüdinghausen)

Pressebericht 2006

Trommeln wie Herzklopfen - Becken wie Blitze

-asp- Lüdinghausen. Mitreißend, besinnlich, märchenhaft, ergreifend mit Querbeet präsentierten die Brass Band und der Spielmannszug anlässlich ihres 40-jährigen und 55-jährigen Bestehens ein überraschend vielseitiges Potpourri. Sowohl Marschmusik als auch Rock, Pop und Klassik vereinten die zum Teil noch jungen Musiker zu einem gelungenen Jubiläumskonzert. Damit bewiesen sie einmal mehr, dass Spielmannszüge nicht nur schützenfesttauglich sind, sondern auch große Virtuositäten souverän und treffend zu Gehör bringen können. Christoph Davids entpuppte sich als humorvoller und spontaner Begleiter durch das Programm.
Unter dem Dirigat von Sonja Niehues vollbrachte der Spielmannszug wahre Wunder. Schon das erste Stück The Thunderer von dem amerikanischen Marschmusiker John Philip Sousa war akzentreich die Trommeln wie Herzklopfen und die Becken wie Blitze. Aber auch an neue Stilrichtungen wagten sich die Spielleute heran. Die Karawane von Georg ter Voert ließ den Besucher in den Orient eintauchen und vor dem geistigen Auge eine prächtige, vorbeiziehende Reisegesellschaft aus dem Morgenland erscheinen. Ebenso greifbar war in weiteren Musikstücken das Feuer Spaniens (Castillos en Espana von Frans Veerbeck), der rauhe Charme Russlands (in Ralph Siegels Moskau), karibischer Flair der tatsächlich Gänsehaut verursachte (Adiemus von Karl Jenkins), die Zartheit Chinas (China March, Robert Allmend) sowie ein bisschen Irland von Ronan Hardigans The Lord of the Dance. So erlebte der Zuhörer in der Aula der Realschule neben der musikalischen Eindringlichkeit auch eine Reise um die Welt. Inbegriffen war ein kleiner Abstecher in die Fantasie der Augsburger Puppenkiste: Das Lummerlandlied erinnerte an die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer. Neu war, dass neben den herkömmlichen, eigentümlichen Flöten auch Piccoloflöten zum Einsatz kamen, die den Klang abrundeten und einen weichen Hintergrund schufen. Die Auszubildenden des Spielmannszuges präsentierten zusammen mit den alten Hasen ...ist es wirklich schon so spät?. Ohne zwei Zugaben wie beispielsweise The final Count-down" kam die Truppe nicht von der Bühne.
Die Brass Band unter der Leitung von Christoph Niehoff überzeugte durch Professionalität und Besinnlichkeit, die den Fortschritt der Blasmusikanten widerspiegelte. Auch die Musiker dieser Formation boten anfangs einen Marsch von John Philip Sousa. Aber dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist und die Dominanz von Blasinstrumenten in Zartheit verwandelt werden kann, stellten sie in zahlreichen Stücken unter Beweis. What a feeling und Lemmon Tree, erhielten von ihnen eine völlig neue Interpretation. Es war den Zuhörern unmöglich, nicht im Takt der Musik mitzuwippen. Kein Halten auf den Plätzen gab es beim Dauerbrenner Y.M.C.A. die Aula tanzte. Ins Träumen geriet man hingegen bei Kanon von Johann Pachelbell. Die Schönheit der Filmmusik Walt Disneys gab es in ganzer Breite: Arielle, Die Schöne und das Biest, Aladin und König der Löwen nahmen Gestalt an. Abbas Mamma Mia und I will follow him, bekannt aus Sister Act, gab es als Zugabe obendrauf.
Die Brass Band hat Größe erreicht. Nicht nur in der Menge, sondern vielmehr in der Leistung, fasste Christoph Davids zusammen. Durch viele Akzente bemerkte man die hervorragende Vorbereitung auf den Abend beider Züge. Ein melodischer Abend, dessen Klänge man sicherlich noch lange im Ohr behalten wird.

Montag, 20. November 2006 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Lüdinghausen)